So lange wie möglich

Auswahl mancher Bemerkungen von Menschen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin:

  1. „Du bist doch Schwerhörig, warum trägst Du kein Hörgerät?“
  2. „Du bist doch Sehbehindert, warum trägst Du keine Brille?“
  3. „Du bist doch Epileptiker, warum nimmst du keine Tabletten?“

Verständlich, wenn man den Hintergrund nicht kennt oder man einfach nur zu einfach drüber denkt. Allerdings -mal davon abgesehen, das es ausschließlich meine Entscheidung ist, so zu leben- versuche ich solange ohne entsprechende Hilfsmittel zu leben, wie es möglich ist.

Zu

  1. Zu damaligen Zeiten waren Hörgeräte bei mir mehr ein Hindernis als ein Hilfsmittel. Es mag sein, dass ich heute mit den modernen Hörgeräte wirklich besser hören würde, als ohne. Allerdings höre ich nur links schlechter als rechts, besonders schlimm ist es, wenn noch Geräusche dazu kommen oder ich etwa Abends bzw. Nachts fernsehen möchte.Aber ich muss auch gestehen, dass man zum TV schauen auch Kopfhörer nehmen kann. Zum Anderen habe ich inzwischen eine App auf meinem Smartphone, die automatisch alle Telefonate aufzeichnet, so kann ich später mir das Gespräch noch mal anhören, um evtl. Missverständnisse auszuräumen.
  2. Ja ich habe einen Sehfehler, aber dieser ist derzeit nicht so schwer, dass ich unbedingt eine Brille tragen muss. Allerdings, so oft wie ich am Bildschirm arbeite, wäre eine entspiegelte Brille vom Vorteil.
  3. Es gibt sehr viele verschiedene Varianten der Epilepsie. Eine Variantengruppe von Epilepsie tritt überwiegend nur während der Kindheit auf und verschwindet, je älter man wird, immer mehr. Genau an so einer Form der Krankheit leide ich, oder besser, litt ich. Allerdings bedeutet das in keinem Fall, dass die Anfälle nicht eines Tages zurück kommen können. Übrigens möchte ich an dieser Stelle anmerken, (epileptische) Anfälle kann jeder Mensch von „heut auf morgen“ bekommen.

Warum ich dies schreibe? Weil ich zeigen möchte, dass die Person nicht grundsätzlich lügen muss, nur weil sie derzeit keine Hilfsmittel trägt. Man sollte möglichst nicht verurteilt einen Menschen gegenüber treten. Es lebt sich gleich viel freier – glaub‘ es mir ruhig.

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